Lange geplante Traumhochzeit an der Ostsee auf der Insel Rügen mit kurzfristigem Plan B

Hochzeitsfotograf Insel Rügen

Wenn ein Fotografen-Paar heiratet und ich als Hochzeitsfotografin ihre Hochzeit begleiten darf, ist das für mich auch immer wieder etwas ganz Besonderes und extrem Aufregendes. Gut, dass dies mir hier im Vorfeld nicht bewusst war. 😊

Die Hochzeit von Vanessa und Ben startete mit einer ganz tollen Einladung zu ihrer kleinen familiären Hochzeit am Ostseestrand und ganz viel Vorfreude auf beiden Seiten.

Beide haben sich so viele Gedanken gemacht, so viele Vorbereitungen getroffen, insbesondere Vanessa hat eine zauberhafte Dekoration mit Gräsern, Traumfängern, Tipi, Lampions, Lichterketten; einfach passend zu Strand, Wind und Meer; vorbereitet.

Und dann kam Corona. Die beiden waren in dieser Sache entspannt. „Wenn es in 2020 nichts wird, dann verschieben wir genau ein Jahr.“ Aber es entspannte sich und es gab grünes Licht für ihre kleine Hochzeitsfeier mit 17-Uhr-Trauung und geselligem Beisammensein hinter dem Strand direkt an den Dünen. Die Autos waren gepackt, zwei Tage vorher sollte es los gehen. Und dann wurde (fast) alles 48 Stunden vorab vom „Veranstalter“ gecancelt, obwohl die Regeln es erlauben würden.

Und nun?

Die beiden – bzw. die Vier – waren bereits unterwegs. Und so machten sich auch die Gäste auf den Weg und ich natürlich auch. Inzwischen hatten sich die beiden auch schon einen Plan B zusammen mit ihrem Trauredner Udo Richter überlegt, er hatte hier eine ganz außergewöhnliche Idee. Und wenn es außergewöhnlich wird, lieben wir Hochzeitsfotografen dies.

Am Vorabend der Hochzeit kam ich auf Rügen an und besuchte die beiden gleich, um abzusprechen, ob es bei Plan B bleibt oder ob es nur ein Ostsee-Ausflug für alle wird. Das kleine Hotel, in welchem alle Gäste und ich wohnten, hatte sich den beiden als Location sofort angeboten, aber sie träumten von einer Trauung am Strand. Ich kann das verstehen.

Und so wurde der Vorschlag von Trauredner Udo Richter Wirklichkeit.

Der neue Zeitplan: 5 Uhr morgens Ankunft bei Braut und Bräutigam für das Getting Ready.

Also keine Zeit verlieren. Ich drehte noch eine kleine Spazierrunde bei bestem Abendlicht durch den Ort. Und so wie der Tag endete, begann früh morgens der Hochzeitstag von Vanessa und Ben: bei bestem Morgenlicht. Die Sonne stand noch tief, es war ruhig, der Wind und das Meer rauschten dahin.

Bräutigam Ben nutzte für sein Getting Ready den Garten hinter den Dünen. Als Spiegel diente ein Fenster und als Garderobe ein Strandkorb.

Braut Vanessa war im Dachgeschoß und auf dem Balkon hing ihr Spitzenkleid. Bald kam Floristin und Schwester des Bräutigams Jess hinzu und brachte den Brautstrauß und half Vanessa beim Anziehen ihres Kleides.

Viel mehr an Vorbereitungen für die Trauung gab es nicht zu tun. Es wird keine Stühle und Stuhlreihen für Gäste am Strand geben, kein geschmücktes Tipi, keinen Tisch und keine Vorbereitungen für Hochzeitsrituale.

Trauredner Udo war inzwischen auch angekommen. Die beiden Jungs rannten in ihren schicken Outfits barfuß die Dünen hin und her und hatten ihren Spaß dabei. Was für ein schöner Morgen!

Es kamen inzwischen auch die ersten „Strandspaziergänger“ und gleichzeitig Gäste, um den Strand am Morgen zu genießen. „Zufällig“ verweilten diese am Strandabschnitt. 😊 Ben begrüßte die Gäste.

6.45 Uhr – der neue Trautermin bei fantastischem Morgenlicht und Meeresrauschen ...

Ben wartete gespannt auf seine Vanessa barfuß am einsamen Strand. Zuerst kamen die beiden Blumenkinder und dahinter Vanessa mit ihrem Papa.

Die Trauung ganz ohne Rituale, ganz ohne Schnickschnack, kein Pavillon; einfach nur die Menschen, um die es geht; mehr braucht es doch eigentlich gar nicht. Was für eine andere und so besondere und unkonventionelle Trauung. Für Emotionen und Gefühl sorgte die Rede von Udo – mit ihm haben die beiden eine wirklich tolle Wahl getroffen - und natürlich Vanessa und Ben mit ihren beiden Kindern und ihren Gästen, den wichtigen Menschen in ihrem Leben. Mehr braucht eine Hochzeit nicht. Diese Trauung zeigt, was wirklich zählt, um sich das Ja für ein gemeinsames Leben zu geben.

Nach dem gegenseitigen Versprechen, dem Ja, Ringtausch und Kuss gratulierten die Gäste und dann Sektempfang in dieser wundervollen Kulisse, aufgebaut von der Natur.

Dieses Licht nutzten wir natürlich auch noch für Brautpaarfotos bis es dann doch zu grell wurde.

Pause für alle. Frühstück und ein bisschen Sightseeing in der Umgebung. Ich fuhr nach Baabe und Selin und ließ mich inspirieren. Der nächste Programmpunkt war für 17 Uhr vereinbart. Die Misere des Brautpaares hatte sich auf der kleinen Halbinsel von Rügen schnell verbreitet und so bot die Crew des Ausflugsbootes Hanseat sofort den Vorschlag an, eine Boddenrundfahrt für Brautpaar mit Gästen zu unternehmen. Und so ging es 17 Uhr im Hafen von Gager los. Für Verpflegung hatte die Crew auch gesorgt. Es gab Fischbrötchen, eine Fischplatte, Brot, Dips und Erbsensuppe.

Diese Rundfahrt war echt toll und hat allen super gut gefallen. Besser hätte es nicht sein können.

Diese Tour entschädigte wirklich für den ausgefallenen geplanten Abend mit gedeckter und geschmackvoll dekorierter Hochzeitstafel hinter den Dünen unter Lampions mit Buffet.

Aber das wird nachgeholt, versprochen!

Da wir nicht mit Essen beschäftigt waren, hatten wir Zeit für Fotos im Abendlicht an Strand und Steilküste. Allerdings ist das Zeitfenster des perfekten Lichts immer irgendwie immer zu kurz.

Ich war schon länger nicht mehr auf Rügen, daher hatte ich einen Tag zusätzlich geplant, um die Insel noch ein bisschen zu erkunden und so war ich am nächsten Tag auf Mönchgut und zwischen Binz und Sellin zur Inspiration unterwegs. Wie ich das liebe.

Und weil wir alle Fotografen sind und es nicht lassen können, verabredeten wir uns noch einmal am Abend für Familienfotos und Paarbilder am Strand. Der perfekte Abschluss des Ostseeteils dieser Hochzeit.

Und so ging eine wundervolle Zeit auf Rügen mit einer außergewöhnlich anderen Hochzeit – ganz bohème: unkonventionell und ungezwungen -, die selbst für das Brautpaar ungeplante Überraschungen bereithielt, vorbei. Wobei, so richtig vorbei noch nicht. Freut‘ euch auf Teil Zwei, den es gar nicht geben sollte, der genauso ungeplant war, wie der Ablauf dieser Hochzeit auf Rügen.

Heiraten an der Ostsee

Trauredner: Udo Richter
Dekoration: Braut DIY
Brautstrauß: Jess, Schwester des Bräutigams
Location: Strand Insel Rügen

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